Walnussbäume rechtzeitig schneiden
Walnussbäume zählen zu den „Problembäumen“, deren Wuchseigenschaften in der Regel stark unterschätzt werden. Wer nicht von vornherein genügend Platz für diesen Baum hat, sollte ihn nicht auf sein Grundstück setzen. Auch durch regelmäßigen Schnitt ist seine urwüchsige Kraft kaum in den Griff zu bekommen.
Walnussbäume reagieren empfindlich auf Schnittmaßnahmen zum falschen Zeitpunkt. Der Frühjahrsschnitt im blattlosen Zustand, wie man es von Obstbäumen gewohnt ist, wäre bei der Walnuss fatal.
Der Saftdruck beim Walnussbaum ist am geringsten gegen Ende der Vegetationszeit, wenn die Pflanze noch Blätter hat und nicht mehr weiter wächst. Der günstigste Zeitpunkt ist daher der Spätsommer zwischen Ende August und Anfang September. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Pflanze in jedem Fall noch Blätter haben. Wie alle Bäume hat natürlich auch die Walnuss im Spätherbst und Winter eine wirkliche Saftruhe und könnte theoretisch geschnitten werden. Dieser Zeitpunkt lässt sich aber nur durch einen Probeschnitt ermitteln. Sicherer ist der Spätsommerschnitt.
Denkbar ungünstig ist ein Schnitt unmittelbar nach dem Laubfall oder im Frühjahr. Die Schnittstellen von entfernten Ästen laufen dann regelrecht aus und der Baum verblutet. Der Wasserfluss ist durch nichts zu stoppen, auch die wohl gemeinten Ratschläge einer Versiegelung der Schnittflächen mit Baumwachs oder Baumharz helfen hier nicht.
Und noch ein gut gemeinter Ratschlag: Die Blätter von Walnussbäumen gehören keinesfalls auf den Kompost. Sie beinhalten sehr viel Gerbsäure, die die Reife und die Inhaltstoffe des Komposts negativ beeinflussen.
Ihr
Peter Hagen
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