So lange war der Winter
Was ist nicht alles passiert in den letzten Wochen. Gespenstisch zog die Wirtschaftskrise ihre Kreise. Jeden Tag waren die Medien voll und doch haben sich alle, die nicht direkt betroffen sind, offensichtlich dazu verabredet, die schlechten Nachrichten zu igmorieren. Auch mich hat das Warten auf den Frühling mehr beschäftigt, als die mehr oder minder absurden Wirtschaftsnachrichten. Da gefährden Leute ganze Volkswirtschaften und zahlen sich am Ende noch Boni aus? Na und - wo doch schon alles so absurd ist, haut auch das keinen mehr aus den Gartenschuhen. Am Ende werden ohnehin wieder andere die Zeche zahlen, während die Zocker darüber klagen, dass es schwieriger geworden ist, Mitspieler zu finden. Man könnte die Wände hoch gehen - aber alles sinnlos, die Welt ist, wie sie ist - und sie war nie anders. Auch, wenn es manchmal so scheint.
Lassen Sie uns kollektiv aus dem Winterschlaf aufwachen. Schneeglöckchen und Winterlinge sind schon fast verblüht, die Krokusse (oben Crocus tommasinianus) stehen in voller Blüte. Bald folgen Blausternchen, Narzissen und Tulpen. Es wird Zeit. Zeit die Gartengeräte zu ölen, die Saatgutkisten auszupacken und loszulegen. Auch die Kamera muss wieder an den Start. Wenn sich die Sonne auch nur sporadisch traut, den Boden zu bestrahlen, so gab es doch bereits einige prächtige Farbenschauspiele, für die es sich gelohnt hat, den Fotoapparat aufzubauen.
Am letzten Wochenende zum Beispiel, standen Iris reticulata und Scilla mischtschenkoana in voller Blüte. Da bot sich manches schöne Motiv.
Ich hoffe, dass es auch meine Zeit zulässt, wieder regelmässig diesen Blog mit Texten und Bildern zu füllen. Man wird doch immer wieder daran erinnert, dass Zeit nicht aus Gummi ist.
Ich wünsche allen Lesern ein spannendes Gartenjahr - möge der Garten so manchen Frust durch seine Schönheit kompensieren.
Viele Grüße,
tjards
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