Es wintert draußen und der Blogger spricht von Orangenbaumblätter? Da kann es eigentlich nur um Reisegelüste oder Kübelpflanzen gehen. Und richtig: ich muss gerade an Peter Fox, Sänger der Berliner Combo Seeed denken, der gerade solo mit dem Lied "Haus am See" unterwegs ist. Eine Zeile daran beschreibt den Traum von einem Haus am See, in dessen Garten eben jene Orangenbaumblätter auf dem Weg liegen. Ist das nicht schön? Ist es nicht auch faszinierend, wie so eine mediterrane Kübelpflanze südliche Atmosphäre transportiert?
Meine Orange hat richtig Geschichte. Sie kam vor 15 Jahren im Fond eines Peugeot 205 aus Apulien nach Deutschland. Ich erwarb sie dort in einer Gärtnerei für umgerechnet 15 Mark. Wahnsinn: da gab es jeweils für diesen Preis Limetten, Grapefruits, Mandarinen, Kumquats, Zitronen in 2m Höhe und alles, was das Herz sonst noch begehrt. Weil es so schnell kein Gesundheitszeugnis gab, hab ich das Bäumchen halt eingekürzt und hinter den Vordersitzen unter Decken nach Deutschland geschmuggelt. Viermal ist sie seitdem umgezogen; vom Rheinland nach Ostfriesland; von da nach Berlin und von dort nach Niederbayern. Sie hat also auch schon einiges an Abhärtung erfahren. Dieses Jahr hat sie angesetzt, wie verrückt; hängt voller Früchte. Wenn der Gärtner sie im Winterquartier gut pflegt, gibt es nächstes Jahr reiche Ernte ungespritzter, sonnengereifter Blutorangen.
Gerade wartet sie auf Ihren Abtransport. Da habe ich sie noch einmal im Bild festgehalten.
tjards
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